Die Chancen nutzen

Wer sich den Möglichkeiten der Digitalisierung verschließt, hat mittel- bis langfristig kaum eine Chance, mit dem Wettbewerb mitzuhalten – geschweige denn, ihn anzuführen. Dass das keine leeren Worthülsen sind, spüren manche Produktionsbetriebe schon heute. Viele Unternehmen beschließen darum frühzeitig, ihre internen Prozesse auf mögliche Digitalisierungspotenziale hin zu untersuchen. Dazu gehört unbedingt die Cloudfähigkeit von Daten und Prozessen, so die Autoren.

Bei manchen Maschinenbauunternehmen ist der Blick in Richtung Digitalisierung noch etwas verhalten. Haben jene die damit verbundenen Potenziale und damit auch die Cloud als Chance identifiziert, dann öffnen sie sich am ehesten einer teilweisen Digitalstrategie im Office­-Sektor. Im Unterschied zur Office-­IT zählt die MDE in den Köpfen der IT­-Strategen allerdings zu den „internen“ Systemen und liefert „interne“ Daten, die nach Ansicht mancher KMU aus Sicherheitsgründen nicht nach „außen“, also in die Cloud gehören.

Zusätzlich beobachten beispielsweise die expertplace-­Berater, dass die MDE klassisch im Hoheitsgebiet der Anlagentechnik angesiedelt ist, die ihre IT-­Infrastruktur leider häufig disjunkt von der Office-­IT betreibt. Die Strategien dieser beiden Bereiche sind erfahrungsgemäß nicht oder nur höchst selten aufeinander abgestimmt. 

Ein Schritt nach vorn

Dass Unternehmen dringend etwas tun müssen, hat sich inzwischen in nahezu jeder Führungsetage kleiner und mittelständischer Produktionshäuser herumgesprochen. Angenehm überrascht nehmen die beauftragten Fachleute dabei zur Kenntnis, dass der Weg in die „Wolke“ aus MDE-­Perspektive denkbar einfach ist.

Bereits in wenigen Stufen kann hier je nach Risikogeschmack eine Annäherung an die Cloud gelingen, bis die betreffenden Daten schlussendlich sogar Cloud-­to-­Cloud verknüpft sind.

Damit einher gehen interessante Vorteile, die großen Nutzen stiften können. Beispielsweise lassen sich auf Basis einer Inter-cloud­-Kommunikation im MDE-­Bereich externe Dienstleister optimal einbinden. Auch im Reportingbereich sind Weiterentwicklungen möglich: So ließen sich etwa die Fehleranfälligkeiten einzelner Anlagen jahrelang zurückzuverfolgen, mit den jeweiligen Klimadaten in Verbindung bringen und so Rückschlüsse auf die Produktqualität feststellen. 

Risiken? Lösbar!

Natürlich sind mit dem Gang in die Cloud auch Risiken verbunden. Die wichtigste Herausforderung ist hier die IT­-Sicherheit. Diese kann inzwischen bei allen mittleren und großen Anbietern vorausgesetzt werden, da der Aufbau, die kontinuierliche Prüfung und die permanente Verbesserung der Cloud-­Security Teil ihres Kerngeschäfts sind. Die Anbieter verfügen üblicherweise über moderne Rechenzentren, regelmäßige Zertifizierungen (z. B. ISO27001) und speziell ausgebildete Teams. Auch sind die Infrastrukturen oft (geo­)redundant aufgebaut,

so dass ein Angriff auf ein Rechenzentrum nicht  direkt einen Komplettausfall bedeuten muss. Die Q-­loud-­Experten erfahren in der Praxis, dass der externe Betrieb somit oft sicherer ist, als dies die meisten Unternehmen mit internen Ressourcen darstellen können. Eng damit verbunden sind aber auch die Anforderungen an die Performance, an die Skalierbarkeit, an die Bewahrung der eigenen Unabhängigkeit (Stichwort „vendor lock“) und an den Datenschutz. 

Von der Wolke profitieren

Produktionsunternehmen sind gefordert, digital aufzuholen. Dazu ist es jedoch notwendig, Gesamtstrategien zu entwickeln und den Veränderungsprozess optimal zu gestalten.

Der Übergang von der klassischen Office-­IT hin zum Service-­Provider des Gesamtunternehmens ist für viele IT-Bereiche nicht ohne externe Hilfe und viel Geduld umsetzbar. 

Der Aufwand lohnt sich dennoch: Wenn etwa die MDE in der Cloud liegt, profitieren alle – auch, weil der Dienstleister die 7 x 24 Stunden Betreuung, Entstörung, Wiederherstellung verantwortet. Der Gang in die Cloud ist dabei auch eine klare Entscheidung für eine vertrauensvolle Partnerschaft mit dem entsprechenden Anbieter, mit dem stets eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe möglich sein sollte. 

Erschienen in Der Betriebsleiter 3/2017